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Sonic und der Schwarze Ritter - Review

Verfasst von Blackwolf am 19.03.2009 - 17:42.

Sonic und der Schwarze Ritter – Review

Schwerter und Ritter, Schlösser und Verließe, dunkle Könige, Armeen aus der Unterwelt und ein blauer Igel in Turnschuhen. Zugegeben, da scheint etwas nicht ganz zu passen, doch Igel Sonic stürzt sich nach seinem Ausflug in 1001 Nacht nun in die nächste Bilderbuchsaga. Diesmal ist es die Geschichte von König Artus und seinen Rittern von der Tafelrunde, die seine Hilfe braucht. Und dafür greift der blaue Held erstmals selbst zu den Waffen, doch anders als seinerzeit sein dunkler Kamerad Shadow bedient er sich hier nicht schwerem Geschütz, sondern einem Schwert.

Doch was ist dieses Spiel nun eigentlich? Ein Schwertspiel mit Sonic oder ein Sonicspiel mit Schwert?Ein Wort der Beruhigung: Das Schwert ist kein Werehog. Sonic wird also nicht auf Schritttempo reduziert und bleibt seiner Geschwindigkeit größtenteils treu. Dafür hat sich die Anzahl der Feinde für blauen Igel mehr als verzehnfacht und alle davon warten nur darauf, eines mit der Klinge übergebraten zu bekommen. Doch passt eigentlich Highspeed-Gameplay mit Schwertschwingerei zusammen? Oder hat Sega hier wieder Apfel und Birnen zusammengeschleudert?

Ob sich der Ausflug ins Mittelalter lohnt, wird sich im folgenden Review zeigen.

 

Schlösser, Burgen, blaue Igel. Die Videospielwelt findet komische Verbindungen.

 

Der König und der Igel

Wer kennt das nicht? An einem schönen Tag ist man unterwegs zu einem Date, kauft sich unterwegs einen Chillidog, weil man noch nicht gefrühstück hat und wird daraufhin in eine andere Welt gezogen, kriegt ein Schwert in die Hand gedrückt und soll das gesamte Königreich vor den Armeen aus der Unterwelt retten.

Für Sonic ganz normaler Alltag. Die Zauberin, die den Igel samt Wurst im Brötchen herbeizauberte, heißt Merlina und ist, wie der kreative Name schon andeutet, die Enkelin von dem großen Zauberer Merlin. Sie bittet unseren Helden auch sogleich, das Königreich vor dem Zerfall zu retten und den bösen Schwarzen Ritter zu bezwingen, den Urheber für alle Probleme. Dieser ist nämlich der verzauberte König Artus selbst, der nun als dunkler Finsterling sein Land regiert.

Und natürlich wäre Sonic nicht Sonic, wenn er nicht zu jeder sinnfreien Weltretteraktion „Ja“ sagen würde. Also muss der blaue Igel fortan selbst zum Ritter werden und sich in allen Tugenden der Ritterlichkeit beweisen. An seiner Seite trägt er dafür sein Schwert und Lehrmeister zugleich, das sprechende und heilige Schwert Caliburn, welches den Möchtegernritter nach einigem Herumgestreite in der Kunst des Schwertkampfes unterweist.Doch die Ritter der Tafelrunde selbst stellen sich ihm in den Weg, denn trotz der Wandlung ihres Königs zum bösen Unhold blieben sie ihm treu.

Wem das deutlich zu haarsträubend klingt, sollte wohl auch die nächsten Absätze überlesen. Erstaunlicherweise haben die Ritter nämlich eine gewisse Ähnlichkeit mit Shadow (alias Sir Lancelot), Knuckels (alias Sir Gawain) und Blaze (alias Sir Parsifal). Als würde das noch nicht genügen, ist auch der Schmied in der Burg Camelot offenbar ein Ahne des zweischwänzigen Fuchs Tails und selbst die Herrin des Sees erinnert bei ihrem Anblick an die rosa Igeldame Amy.

So unglaublich schwer die Geschichte wirklich ernst zu nehmen ist, umso hübscher ist sie im Spiel präsentiert. Natürlich dürfen die GDI-Videos als Einleitung und Schluss nicht fehlen, ein Handgriff den Team Sonic offenbar mittlerweile gewohnt ist, doch auch hier wieder verfehlt er seine Wirkung nicht. Die Erzählweise zwischen den Missionen findet sich aber wieder wie in Sonic and the Secret Rings in einer Bilderbuchgeschichte wieder, diesmal aber ein wenig schöner gezeichnet und animiert. Obwohl der „Wow“-Effekt bei diesen Sequenzen fehlt, sind sie jedoch nicht nervig oder unpassend, sondern bringen durch gute Synchronsprecher und hübsche Bilder die eigenwillige Geschichte voran. Die bleibt übrigens bis zum Ende fröhlich unlogisch, ist aber trotzdem oder vielleicht gerade deswegen unterhaltsam, wenn auch vollkommen belanglos.

 

Sir Gawain ist in der Geschichte sehr rot und sieht Knuckels verblüffend ähnlich.

 

Wenn ich groß bin, will ich Ritter werden!

Obwohl „Sonic und der Schwarze Ritter“ ein direkter Nachfolger zu Secret Rings ist, wird das Spiel wie in „Sonic Unleashed“ mit Wiimote und Nunchuck gespielt. Überflüssige Sensorsteuerung fällt aber weg, denn das Gefuchtel, Geschwinge und Geschüttel dient nur noch einem Zweck: Dem Schwert. Jeder von Sonics Angriffen lässt sich also nur noch durch Herumgefuchtel aktivieren, der Spin und die Homing Attack fallen als Verteidigungsmöglichkeit gegen Feinde weg. Während längeres Spielen also durchaus in die Arme gehen kann, so ist die Steuerung wenigstens einigermaßen sinnvoll mit dem Gameplay verbunden. Passgenaues Kämpfen ist zwar sicher etwas anderes, doch wird es für die Masse an Gegnern ohnehin nicht benötigt. Das Schwert reagiert gut auf die Bewegung der Wiimote und leidet nur minimal an kleinen Verzögerungen, die aber nicht weiter stören. Insgesamt ist die Steuerung noch einen Ticken zu empfindlich, doch im Rahmen der Toleranz. Durch bestimmte Bewegungen und Tasten lassen sich die Angriffe etwas variieren, wobei nur eine davon wirklich zum Einsatz kommt. Als Ersatz für eine Homingattack, kann Sonic sein Schwert nämlich nun im Kreisel schwingen und sich dabei zielsuchend durch eine Reihe von Gegnern schnetzeln, um gleich danach mit Highspeed weiter zu flitzen.

Doch wer nun darauf hofft trotz Schwert im ständigen Höchsttempo sonictypisch durch die Level zu flitzen, wird stellenweise enttäuscht. In der Tat können die Gegner den Spieler hin und wieder unsanft stoppen und manche Kämpfe bringen das gesamte Tempo zum Erliegen.Doch die Momente sind kurz und der Igel kann schon bald danach gewohnt weiterflitzen, vor allem da sich viele Gegner auch im Vorbeirennen bezwingen lassen.

Für den Kampf beherrscht Sonic übrigens eine besonders starke Technik, die so genannte „Seelenoffensive“. Sobald einige Gegner durch den Halbzeit-Ritter das Zeitliche segnen, füllt sich sein „Seelenspiegel“, welcher den Igel auf Knopfdruck in matrix-ähnlichen Kampfzustand versetzt. Nicht nur bewegen sich alle Gegner langsamer, Sonic kann sich auch mit Schallgeschwindigkeit zum nächsten Feind sausen und ignoriert dabei jede Art von Falle und kleineren Hindernisen. Ist ein Fiesling in der Nähe, wird es von einem roten Fadenkreuz anvisiert, welcher, sobald er und Sonics Schwert hell leuchten, einen perfekten Treffer garantiert. Einen Unterschied für die Gegner macht es allerdings nicht, denn egal ob er eine normale Seelenoffensive oder einem perfekten Treffer abbekommen, der Schlag ist ohnehin sofort tödlich. Vielmehr ist es für den blauen Ritter selbst von Bedeutung, denn perfekte Treffer füllen den Seelenspiegel sogar auf und verlängern die Seelenoffensive sogar noch weiter, während gewöhnliche Treffer in dem Zustand nur weiter von dem Seelenspiegel zehren. Ist der Spiegel aufgebraucht, muss sich Sonic wieder auf gewöhnliche Weise mit seinen Feinden kloppen.

Nehmt euch in Acht, Kreaturen der Unterwelt! Mit dem Igel ist nicht zu spaßen!

 

Diese Kampfmethode verlangsamen das Spiel allerdings erheblich und machen die Kämpfe recht lang und anhaltend, dafür umso sicherer, denn Sonic kann in der Seelenoffensive keinen Gegentreffer kassieren, zudem erleichtert es die Aneinanderreihung von Aktionsketten, die erhebliche Bonuspunkte bringen (mehr dazu später). Und nicht zuletzt beschleunigt die Seelenoffensive den Igel auf ein doppeltes seiner normalen Geschwindigkeit und kann daher auch hervorragend dazu genutzt werden einen Abschnitt schneller zu beenden.

Das Leveldesign ist hier eigentlich ganz typisch Secret Rings. Die Bewegungen sind auf das Vorwärtslaufen abgestimmt, jeweils zwei bis drei Schritte nach links oder rechts ermöglicht das Spiel fürs Ausweichen und Ringe sammeln. Doch im Mittelalter gibt es keine Bumper und Trampoline, die der blaue Igel zum Springen, Abprallen oder fürs Renntempo erhöhen nutzen kann. Doch ganz verzichten müssen die Fans auf die typischen Bauteile eines Soniclevels nicht. Als Alternative gibt es dafür rote Pilze als Trampolinersatz und blaue Feen, die den Igel von sich wegstoßen, sobald er in sie hineinrennt. Insgesamt spielen sich die Level eher wie ein geradlinige Traditionssonic nur eben mit Schwert, auch wenn Loopings drehen und Stangen heruntergrinden eher eine Seltenheit geworden sind.

Im direkten Vergleich mit den Tagleveln aus Sonic Unleashed zieht der Schwarze Ritter hier den kürzeren, dafür ist das Leveldesign bei weitem nicht so spektakulär und fließend, doch der große Vorteil für den Flitzer liegt darin, das alle Missionen des Spiels ausnahmslos zum Rennen gedacht sind. Es gibt eben keinen überflüssigen Zusatzkram wie die Werehogabschnitte, sondern nur reines Highspeedgameplay. Dabei sind die Level alle sehr hübsch und fantasievoll gestaltet. Von den grünen Wiesen um Camelot, von finsteren Wäldern, tiefen Höhlen bis zur Burg selbst hat Sega hier einiges an guten Ideen und Mühe einfließen lassen.

 

Die Ruine am See ist nicht die einzig hübsche Umgebung. Aber beeindruckend ist sie schon.

 

Alle Hände voll zu tun

Die Aufgaben aller Missionen lassen sich dabei grob in fünf verschiedene Kategorien unterscheiden. Das erste und vermutlich den Fans am geläufigsten ist „Gelange zum Ziel“. Dabei gilt nichts weiter zu beachten als, dass der Igel seinen blauen Hintern von Punkt A zu Punkt B bringt und unterwegs dabei möglichst viele Ringe sammelt, Gegner zerschnibbelt und Akionsketten zusammen reiht. Wer dabei noch schnell ist und unverletzt ans Ziel kommt, dem ist eine hohe Bewertung als Levelabschluss sicher. Wesentlich wilder schlägt sich jeder Ritter allerdings in „Raserei“. Hier gilt es eine gewisse Anzahl an Gegnern auf seinem Weg zu vernichten. Wer auch noch über die geforderte Anzahl weitere Gegner in die Unterwelt zurückschickt darf sich über Bonuspunkte freuen. In „Ringgeber“ müssen an die Dorfbewohner Camelots Ringe ausgeteilt werden. Dies geschieht über ein Quicktime-Event. Hat Sonic genug Ringe gesammelt und stellt sich neben einen winkenden Dorfbewohner, muss eine angezeigte Tastenkombination gedrückt werden, um die Verhandlung abzuschließen. Wieder gilt, wer mehr Dorfbewohnern als in der Aufgabe gefordert Ringe bringt, kriegt Bonuspunkte.

„Besiege den Boss“ erklärt sich von selbst. Hau dem Bösewicht ordentlich auf die Finger und lasse dich nicht selbst verdreschen, so lautet die Devise für diese Missionen. Zuletzt gibt es noch die „Spezialaufgabe“. Diese beinhalten solche Aufgaben wie „Befreie 10 Dorfbewohner aus ihrem Gefängnis“ oder „Gelange ohne Schaden zu nehmen ans Ziel“ oder „Lösche 10 Feuer“.Die Missionen sind also tatsächlich sehr vielfältig und alle schaffen es, den Highspeed von Sonic mit in das Konzept zu mischen, auch wenn die Verhandlungen mit Bewohnern, als auch einige störrische Kämpfe den Igel abrupt zum Anhalten bringen.Die Bewertungen der einzelnen Abschnitte sind übrigens nicht zur Zierde gedacht. Jedes Level beurteilt die Leistung des Spielers mit einer Note von einem bis fünf Sterne. Diese Sterne werden gesammelt und steigern den Versiertheitsgrad von Sonics Kampfstilen.

Ja, in der Tat, der flitzende Ritter darf, insofern er sie freischaltet, aus drei unterschiedlichen Stilen vor Beginn einer Mission wählen, diese verändern dann die Reichweite seiner Angriffe, seine Renngeschwindigkeit oder die Anzahl an Comboangriffen. Je mehr Sterne, umso ausgeprägter und Stärker sind die Eigenschaften dieser Kampfhaltungen.Der Ritterstil ist dabei der ausgewogene, da er eine gute Mischung aus Kampf und Rennfertigkeiten besitzt. Für harte Kämpfe greift Sonic zum Paladinstil und für die schnellen Füße gibt es den Kavalierstil. Tatsächlich ist die Entscheidung mit welchem Stil man eine Mission beginnt wichtig und nicht nur eine nebensächliches Dreingabe. Sonics Eigenschafen werden pro Stil spürbar verändert und erleichtern oder erschweren somit manche Aufgaben. Außerdem sammelt der Igel für jedes abgeschlossene Level Anhänger, deren Anzahl ebenfalls von der Bewertung abhängig ist. Diese sind aber wieder nichts anderes als eine andere Bezeichnung für Erfahrungspunkte, denn sobald Sonic eine gewisse Anzahl an Anhängern um sich schart, steigt sein Rang als Ritter und somit schaltet er neue Fähigkeiten frei.

Um wem das noch nicht Rollenspiel genug ist, der darf im Spiel auch Ausrüstung und Gegenstände sammeln. Für jedes Abgeschlossene Level kann der Spieler aus einer Reihe von Items wählen, die er als Belohnung für seine Mühe erhält. Einige davon haben für den Igel sogar einen tatsächlichen Nutzen und können ihn immun gegen Lähmung oder Verwirrung machen. An seinen Schätzen kann man auch andere teilhaben lassen, indem man mehr Wii-Fi-Connection den Krempel mit seinen Freunden tauscht.

Das Gameplay lässt sich insgesamt als „erfrischend anders“ bezeichnen, weil es sich als eine ganz eigenwillige Mischung aus Zelda und Sonic präsentiert. Doch gerade das Kämpfen ist möglichst simpel und einfach gehalten worden, sodass häufig einfaches Schütteln zum Bezwingen reicht. Das einzige, was das Spiel von einem verlangt ist Timing, gerade wenn man Feinde während dem Laufen besiegen oder gegen Bosse antreten will. Doch die Rollenspielelemente greifen diesmal und verschmelzen gut mit dem übrigen Spiel und fühlen sich an keiner Stelle überflüssig an.

 

Die Feuereffekte sind einer der Highlights in der Grafik. Besonders zur Geltung kommt das im Abschnitt "Das Minendorf".

 

Vorbildliche Ritterschaft

Wo Unleashed schon hübsch aussah, setzt der Schwarze Ritter nochmal einen drauf. Die Grafik ist bei einem Wiispiel selten so hübsch und gut gelungen. Jeder Ort wurde mit viel Liebe gefertigt und wird dementsprechend atmosphärisch präsentiert. Besonders schön ist dabei die Ebene der Titanen, ein flaches Hochland, das nicht nur einem gut das Gefühl von weite vermittelt, sondern auch animiertes Gras hat, das sich durch Wind und Berührung dynamisch bewegt. Auch die Orte wie das Lodernde Bergwerk glänzt durch hervorragende Leucht- und Feuereffekte. Die übrigen Wälder, Kristallhöhlen und Seen machen da auch keine Ausnahme. Die Burg samt Verließ glänzt dagegen mit Details und klugem Design, das Minendorf durch eine feurige Umgebung und leuchtenden Abgründen, dann wiederum gibt es schneebedeckte Wälder mit übergroßen Pilzen und Drachenhöhlen inklusive feuerspeiender Bewohner. Jede Möglichkeit, die ein märchenhaftes Mittelalter bietet wurde hier thematisch aufgegriffen und bietet somit dem Spieler ein hohes Maß an willkommener Abwechslung. Besonders bei den größeren Unholden wie Drachen wirkt die Atmosphäre sehr gut.So eine prächtige Grafik ist bei einem Wii-Spiel schon eine Seltenheit, besonders wenn ein Nicht-Nintendospiel optisch mit Super Mario Galaxy und Metroid Prime 3 mithalten kann.

Die Mühe hört nicht nur bei der Ingame-Grafik auf. Auch die präsentierten GDI-Videos sind, auch wenn es nicht viele an der Zahl sind, eine Augenweide. Die gemalten Bilder für die Zwischensequenzen haben ebenfalls einen gewissen Reiz, auch wenn sie nur spartanisch animiert wurden. Selbst die Kleinigkeiten wie Menü oder Ladebildschirm wurden thematisch an das Mittelalter orientiert und auch hier zeigt sich durchgängig, dass das Spiel mit viel Sorge, Mühe und Arbeit im grafischen Bereich hergestellt wurde. Alles ist hübsch, passend und vorbildlich präsentiert.

Selbes gilt auch für sämtliche Soundtracks des Spiels. Hier wurde Rock mit Folklore gemischt, um sich dem mittelalterlichen Setting anzupassen. Jedes Musikstück sitzt und trägt zum Spielgefühl bei. Besonders zu betonen ist dabei der Titelsong für das Spiel „Knight of theWind“ von Crush 40, das ist ein richtiger Ohrwurm. Außerdem zeigt sich das großartige Fingerspitzengefühl für Team Sonic zu welcher Situation, welcher Song passt. So wechseln sich Trompeten und Pauken beim Level „Riesiger Megalith“ mit schneller E-Gitarre für die Kristallhöhle ab, sanfte Klänge für die Zwischensequenzen und harter Rock für die Kämpfe zwischen den Rittern.

Das Spiel lässt die Möglichkeit offen, ob man sich das Spiel mit japanischer oder englischer Sprachausgabe anhören möchte, doch das ist schlussendlich Geschmackssache, den beide Synchronisationen sind hervorragend gelungen. Allerdings fehlt es den Dialogen letztendlich an Würze, sodass es eigentlich hauptsächlich zu einem vorhersehbaren Austausch zwischen den Figuren kommt.

 

Einer der schönsten Ausblicke: Die Ebenen der Titanen.

 

Was ist drin?

Das Spiel lässt sich in gut zwei Stunden durchspielen, zumindest ist dann die Hauptstory vorbei. Das klingt nun nach sehr, sehr wenig, doch alle die schon einmal ein Sonictitel gespielt haben, wissen, dass es die falsche Herangehensweise an so ein Spiel ist. Letztendlich geht es um das Jagen der Rekorde, nach Bestzeiten und Höchstwertungen. Außerdem sei im Rahmen der Informationspflicht zwei Spoiler erlaubt. Zum einen ist die Geschichte nicht tatsächlich zu Ende, sondern öffnet weitere Missionen um das „wirkliche“ Ende zu sehen, zum anderen lassen sich selbst nachdem das Spiel beendet wurde ein ganzer Haufen an neuen Missionen freischalten, die einen ebenfalls lang genug beschäftigen. Wenn man alle Aufgaben freispielen will, dann kommt man auf eine angenehme Zeit für den Preis, wenn man nach hohen Rängen dürstet darf man auch noch ein paar Stunden obendrauf schlagen. Leider verkommt unter dem Gesichtspunkt die Hauptstoryline damit zu einem Gimmick, einem Rahmen um das Setting zu rechtfertigen, vor allem weil die Missionen, die zur Geschichte gehören sehr einfach sind, nur die Bossgegner verdienen ihren Namen. Doch die späteren Level danach werden dann auch die ernsthaften Zocker zufrieden stellen, denn dort werden faire, aber knifflige Missionen gestellt. Zudem lassen sich drei weitere Charaktere freischalten, mit denen sich fortan manche Missionen spielen lassen.

Freischaltbares gibt es übrigens wieder eine ganze Menge. Sega zeigt hier wieder einmal vorbildlichen Fanservice. Anders als in Unleashed werden sämtliche Videos und Zwischensequenzen durch die Hauptstory freigeschaltet, anstatt sich in umständlichen Containern in den Leveln zu verstecken. Dafür gibt es nun jede Menge Artwork, Musik und Gametipps in Form von Videos zu entdecken, alles Belohnungen für das Abschließen von Missionen. Besonders zu gefallen wissen die drei Videos, in denen Fanart aus Europa, USA und Japan gezeigt wird, Segas persönlicher Tribut an seine Fans. Desweiteren gibt es eine Tonne an Gegenständen zum Sammeln, der Großteil für das Spiel ohnehin nutzlos, aber für Sammler ebenfalls eine Herausforderung. Wie erwähnt darf man das Zeug auch mit Freunden per Internet vertauschen. Außerdem lassen sich einige Gegenstände beim Schmied in neue Waffen umwandeln, die jedoch nur für die freischaltbaren Charakter zur Verfügung stehen als Alternative zu Sonics Kampfstilen.

Wem das nicht genug ist, der misst sich online mit anderen Spielen und versucht die Rangliste aufzusteigen, denn manche Missionen sind extra für die Onlineranglisten angefertigt worden. Sammler, Zeitenjäger und herzliche Rollenspieler werden also genügend Gründe finden Levels erneut zu spielen, um Anhänger und Items zu sammeln, Rekorde zu brechen und mehr Artwork freizuschalten. Nicht zuletzt, weil nur sehr wenige Missionen wirklich Frustpotenzial enthalten und in Regel sehr fair, wenn auch schwierig gehalten wurden, so lässt man sich auch gerne hinreißen eine Aufgabe erneut zu spielen.

Wer eine große, lange Geschichte sucht oder sich nicht angespornt fühlt ein Level der besseren Bewertung zuliebe zu wiederholen, wird sich aber einer sehr kurzen Spielzeit gegenüberstellen.

Einen Multiplayer gibt es übrigens auch, doch wie bei Secret Rings ist es nur eine an sich überflüssige Dreingabe, die wohl nur sehr wenige wirklich in Anspruch nehmen werden. Fast alle Regeln für den Multiplayer basieren darauf, dass man entweder mit oder gegeneinander kämpft und sich die Klingen um die Ohren sausen lässt. Anspruchsvoll ist es nicht und eigentlich nicht wirklich mehr als für ein paar Runden zu gebrauchen. Doch da das Herz des Spiels ohnehin woanders liegt, werden die meisten über den Multiplayer hinwegsehen.

 

Zwischen Trollen und Wagen. Da kommt man sich richtig klein vor.

 

Fazit

Black Knight erreicht seine hoch gesteckten Ziele bei weitem nicht, dazu ist die Story zu kurz und albern, die Steuerung immer noch nicht genau genug und das Kämpfen durch einfache Schüttelbewegungen doch zu simpel. Doch wer einen völligen Absturz erwartet hat, wird bei weitem überrascht. Die absurde Mischung aus Schwertkampf und High-Speed Jump'N Run funktioniert trotz gelegentlicher Stolperfallen recht gut und kann tatsächlich bei Laune halten, zudem gehört die Präsentation in Soundtrack und Grafik zu den besten, was die Wii zu bieten hat. Die Missionen und die Umgebungen sind vielfältig und abwechslungsreich und auch wenn es nicht so schnell ist wie noch in Unleashed, so bleibt die Geschwindigkeit nicht auf der Strecke. Besonders Feinde des aufgesetzten Füllmaterials der Schatzsucherei in Sonic Adventure 2 Battle oder der Werehogklopperei in Sonic Unleashed werden froh darüber sein, dass das Spiel nur reine Rennlevel besitzt. Am Ende entscheidet die Geschmacksfrage über das Gameplay, dann damit fällt oder steigt das Spiel. Wem der Schwertkampf nicht zusagt, wird in dem Spiel nur ein aufgesetztes, einseitiges Geschüttel sehen, wer jedoch damit etwas anfangen kann, hat in dem Schwarzen Ritter ein einzigartiges, hübsches Erlebnis, das für viele Stunden zu unterhalten weiß.

Gamekanal.de – Blackwolfs Empfehlung: Das Spiel richtet sich an komplett unterschiedlicher Geschmäcker. Die alberne Story und die gelungene Präsentation sind für eine Kaufentscheidung vollkommen nebensächlich, denn das Gameplay ist es, was ausschlaggebend dafür ist, ob man Gefallen an dem Spiel hat oder nicht. Und dort spalten sich die Geister. Daher meine Empfehlung: Wenn ihr einen Kauf in Erwägung zieht, geht zu eurer Videothek und leiht es euch für einen Tag aus. Wer dann mit dem Schwertkampf leben kann oder noch Gefallen daran findet, der hat ein wunderbares Spiel für seine Wiisammlung gefunden, alle andere machen besser einen großen Bogen darum.

 

Diese Meldung bewerten:

Sonic und der Schwarze Ritter - Review

Gelungenes Review Blackwolf :)

Hey, das Game ist ja voll krass.
Das ist echt der Hammer.
Liebe grüsse

des isch echt voll der hammer

Hi Blackwolf^^

Ich bin Peachfreak aus Forumla.de
Ich konnte den Review erst jetzt lesen, sry :(
Aber...Du hast meine Gedanken gut getroffen und das Spiel gut beschrieben.

MfG Peachi :)