Was haben ein Blitzstart, qualmende Reifen, beschleunigende Pilze oder sogar ein Schildkrötenpanzer gemeinsam? Ganz klar, sie alle gehören zu jener Rennspielserie die seit Generationen die Krone der Funracer trägt, Mario Kart. Seit dem Super Nintendo hat bisher jede von Nintendos Spielkonsolen einen eigenen Teil spendiert bekommen, und die Serie soll auch mit der neuesten Generation nicht gebrochen werden.
Das Rennspiel bekam ähnlich wie bei der Nintendo 64 Version keinen eigenen Namen, sondern lediglich die Wii Erweiterung, und hört somit auf den Namen "Mario Kart Wii". Inwiefern sich das Spiel von den Vorgängern, speziell vom GameCube-Ableger Double Dash, verbessern konnte, und welche Neuerungen auf den Spieler warten, wird im nachfolgenden Review geklärt.
Geschichte? Fehl am Platz!
Anders als bei anderen Mariospielen gab es bei Mario Kart noch nie eine wirkliche Geschichte zum Spiel. Dies ändert sich auch auf der neuen Spielkonsole nicht, so gilt auch diesmal wieder: "Einschalten, losfahren, gewinnen!".
Beginnen wir mit den Neuerungen in Mario Kart Wii.
Schon beim Kauf des Spieles wird klar, so wurde noch nie Kart gefahren. Der Verpackung liegt nämlich ein aus Plastik gegossenes Lenkrad bei, dass mit einer bereits vorhandenen Wii Fernbedienung gefüllt werden kann. Doch damit noch nicht genug, wer mit dieser Steuerung nicht zurechtkommt, oder zu große Hände hat, kann auf drei alternative Steuerungen zurückgreifen. So ist es möglich die Steuerung mit dem Classic-Controller oder einem eventuell vorhandenen GameCube-Pads zu vollstrecken. Die vierte und letzte Variante um über die virtuellen Pisten zu heizen ist eine Kombination aus Wii Fernbedienung und Nunchuk.

Mehr zur Steuerung jedoch später im Review bei den technischen Fakten. Eine weitere gut durchdachte Neuerung ist die Anpassung der Items. Der Spieler wird diese Neuerung recht bald merken, ganz egal ob man gut oder eher schlecht fährt, die Items sind angepasst an die Fahrweise des Spielers. So ist es nicht möglich als führender einen goldenen Pilz zu bekommen. Hingegen können Spieler im Mittelfeld sowie als Schlusslicht sehr starke Items bekommen, wie etwa das Raketenitem. Dieses verwandelt den Spieler samt Kart kurzzeitig in eine Rakete, und befördert diesen mit unfassbarer Geschwindigkeit einige Plätze weiter nach vorne. Sehr gute Spieler könnte dies zwar durchaus nerven, doch zwecks Fairness ist diese Neuerung auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Zugenommen hat auch die Auswahl der Rennfahrer. So ist es nun auch möglich mit Marios Feinden, wie neuerdings Knochentrocken und Rosalina oder auch Funky Kong, auf Rekordjagd zu gehen. Insgesamt darf sich der Spieler nun über 24 verschiedene Fahrer und Fahrerinnen freuen, unter anderem auch über Baby Peach und ihre Cousine Baby Daisy. Diese sind jedoch nicht von Beginn an spielbar, sondern müssen nach und nach durch fahrerisches Können freigespielt werden. Eine der vermutlich am sehnsüchtig erwarteten und häufig gewünschten Zusatzfeatures sind jedoch die Motorräder, welche sich auch sofort einwandfrei eingliedern. So hat der Spieler nun die Wahl ob er das Rennen mit dem üblichen Kart, oder mit den neuwertigen Motorrädern bestreiten möchte. Auch hier ist die Auswahl der fahrbaren Untersätze deutlich gestiegen. So gibt es zu jeder Fahrerklasse, wie bereits zuvor auf dem Nintendo DS, unterschiedliche Fahrzeuge. Ein kleiner Baby Luigi kann beispielsweise nicht in einem recht schweren Kart von Bowser in die Pedale steigen und umgekehrt. Mit der Möglichkeit auch das eigene Mii im Rennen antreten zu lassen, wird die Liste der Neuerungen letzten Endes beendet.

Einzelrunden, Turnier, Schnelles Rennen, was denn nun?
Die Wahl der Spielmodi ist häufig eine schwere. Zu Beginn wird natürlich versucht sämtliche Spielmodi, Fahrzeuge und Charaktere freizuspielen, indem man sämtliche Turniere gewinnt. Im ersten Turniermodus fährt der Spieler sämtliche Cups gegen recht einfach eingestellte Gegner in den 50ccm Karts. Dabei muss der Spieler alle 8 verschiedenen Cups gewinnen bevor das zweite Turnier, das 100ccm Turnier freigespielt wird. Um das 150ccm Turnier und somit die schnellsten Fahrzeuge freizuspielen muss entsprechend das mittelschwere 100cm Turnier gewonnen werden. Das letzte und zugleich schwierigste Turnier ist der Spiegelmodus bei dem sämtliche Strecken Spiegelverkehrt befahren werden. Doch genug der verwirrenden Turniere, kommen wir zu den verschiedenen Cups die gewonnen werden müssen. Mario Kart Wii hat erheblichen Neuzuwachs an Strecken bekommen. So ist es nun nicht nur möglich insgesamt 16 komplett neue Strecken zu befahren, sondern ebenfalls 16 sogenannte Retrostrecken wiederzuentdecken. Dabei handelt es sich um diverse Strecken sämtlicher Mario Kart Spiele. Sei es die Geisterstrecke vom Super Nintendo, oder Donkey Kong´s Heimat vom Nintendo 64. Sogar Strecken vom Nintendo GameCube und dem Nintendo DS sind zu spielen. Dieses Feature bringt unheimlichen Spielspass und gibt außerdem der jüngeren Spielgeneration das Flair vergangener Zeiten. Ältere Spieler werden sich über den ein oder anderen Kurs ebenfalls freuen und Erinnerungen aufblitzen lassen.

Wie gewohnt gibt es auch diesmal wieder den normalen Spielmodus bei dem der Spieler selbst den Schwierigkeitsgrad, sowie die Strecke auswählen kann. Dieser ist solide wie gewohnt und bietet anhand der vielen Optionsmöglichkeiten immer wieder Spaß und unterschiedliche Rennergebnisse. Für all jene die mit den "Waffen" nicht zurecht kommen, oder als zu unfair befinden, besteht sogar die Möglichkeit diese komplett abzustellen und somit faire Verhältnisse herzustellen.
Doch auch Rundenzeitfanatisten werden ihren Spaß haben. Ebenfalls aus älteren Teilen der Serie bekannt, hat auch diesmal dieser Modus den Weg ins Spiel gefunden. Für heiße Rundenbestzeitkämpfe ist somit gesorgt.
Ein ebenfalls aus den Vorgängerspielen sehr beliebter Modus hat wieder den Weg ins aktuelle Mario Kart gefunden. Die Ballonbalgerei und die Münzenjagd sind klassische Mehrspielermodi. Die Aufgabe ist es entweder die gegnerischen Ballons am Fahrzeug zu zerplatzen und seine eigenen so gut wie möglich zu behüten. Beim Münzenjagdrennen hingegen ist es wichtig so viele Münzen wie möglich einzusammeln und den Gegner durch Rammen zu zwingen Münzen fallen zu lassen. Nach Ablauf der Zeit wird gezählt wer, oder welches Team die meisten Münzen gesammelt hat.
Freunde einladen, Wii-Fernbedienungen verbinden, und das virtuelle Benzin ablassen, der Mehrspielermodus!
Mario Kart Wii zeigt zwar diesmal einen äußerst gelungen und auch spannungsreichen und umfassenden Einzelspielermodus, doch mit bis zu 3 Freunden ist es nach wie vor ungeschlagener Meister des gepflegten Rennspielabends. Noch nie hat es so viel Spaß gemacht zuzusehen wie sich die Spieler gegenseitig am Start die beste Linie abluchsen und noch nie war es so spannend einen Panzer auf seinen besten Freund zu schießen. Dabei besteht nun sogar die Möglichkeit Teams aufzustellen und somit trotz Niederlage dennoch zu Siegen aufgrund der besseren Teamkameraden. Einziger Wehrmutstropfen ist die Zuteilung der von der Konsole gesteuerten Kontrahenten da man diese nicht selbst in die Teams einordnen kann. Lediglich die menschlichen Spieler können sich die Teamfarbe aussuchen. Auch im Mehrspielermodus beweist sich wieder einmal die neue Itemverteilung als äußerst gelungen. Gerade wenn man gegen die besten Freunde spielt haben somit selbst unerfahrene Spieler immer noch gute Chancen einen Sieg, oder zumindest einen Podestplatz zu erlangen. Die Schlacht um die Münzen sowie die Ballonbalgerei sind eine weitere Möglichkeit, um den puren Rennstreckenernst beiseite zu legen und in einem kurzen Kampfspiel mal so richtig Dampf abzulassen. Hier ist das Motto, "Rammen erlaubt", ernst zu nehmen, nur so verschafft man sich den notwendigen Respekt bei den Freunden.

Ein weiteres Highlight, und daher diesmal vor den technischen Begebenheiten, ist der Onlinemodus.
Mario Kart Wii ist das erste Rennspiel für die Next-Gen Konsole das den Weg in das weltweite Rennspielvergnügen findet. Bis zu 2 Spieler können gleichzeitig auf einer Konsole im Internet Gegner aus der ganzen Welt das fürchten lehren. Als Spieler hat man dabei die Wahl einem kontinentalen oder einem weltweiten Wettkampf beizutreten. Schon nach kurzer Zeit sucht die Konsole nach offenen Rennen an denen die notwendige Anzahl an Plätzen frei ist, und verbindet. Der gesamte Vorgang geht tadellos und zügig von statten, so dass einem ungebremsten Fahrspaß nichts im Wege steht. In den seltensten Fällen kommt es jedoch leider zu Verbindungsabbrüchen, was jedoch teilweise auch auf die Internetverbindung liegen kann. Generell kann gesagt sein, dass man von 30 Rennen 29 ohne Probleme bestreiten kann. Zwecks Fairness können sämtliche am Rennen teilnehmenden Fahrer vor dem Start eines neuen Rennens sich für einen Kurs entscheiden, welcher anschließend durch das Zufallsprinzip bestimmt wird. Auch im Internetmodus besteht die Möglichkeit auf Münzen oder Ballonjagd zu gehen.
Zum Schutz vor zu starken - bzw. zu schwachen - Gegnern hat Nintendo dem Spiel eine Art Punktestatistik verpasst. Jeder Onlinespieler beginnt mit einer Punkteanzahl von 5000 Punkten, welche nachfolgend von dem eigenen können beeinflusst werden. Werden somit einige Rennen gewonnen, so erhöhrt sich diese Zahl in Windeseile um einige Hundert bis Tausend Punkte (maximal 10.000). Bei schlechten Platzierungen können die angehäuften Punkte jedoch schnell wieder im Nichts verschwinden. Aus der eigenen Punktzahl ermittelt die automatische Gegnersuche möglichst gleichwertige Kontrahenten.
Neben der automatischen Suche kommen jedoch auch die geliebten (bzw. auch oft gehassten) Freundescodes zum Einsatz. Einmal eingegeben, besteht die Möglichkeit hinzugefügte Freunde in eine eigene Art "Lobby" einzuladen und private Rennen zu organisieren. Des Weiteren lässt sich anhand der Freundesliste feststellen welcher Freund momentan alles auf der virtuellen Online-Piste unterwegs ist. Auf Wunsch verbindet sich anschließend das Spiel zu jenem Rennen, so dass ein hinzustoßen zu laufenden Partien kein Problem darstellt.
Möchte man sich hingegen lieber im Time-Trial messen, so lassen sich eigene Streckenrekorde als Ghost-Daten an Freunde verschicken. Ein munteres wechselseitiges herausfordern könnte anschließend die Folge sein. Selbstverständlich sind die schnellsten Rundenzeiten in einer Art Online-Weltrangliste gespeichert, es besteht somit die Möglichkeit gegen die besten Streckengeister aus der ganzen Welt anzutreten.

Ein weiterer Vorteil des neuen Onlinemodus ist der Wettkampfmodus. Zu unbestimmten Zeiten veranstaltet Nintendo ein Rennen mit unterschiedlichen Regeln bei dem die ganze Welt teilnehmen kann. Dabei gibt es Rennen bei dem eine gewisse Anzahl Gumbas von der Strasse gestoßen werden müssen, oder aber auch nur alle Münzen auf der Strecke eingesammelt. Nach einem Wettbewerb wird der Sieger des Onlineturniers gekürt. Diese Turniere dauern jedoch nicht nur ein paar Minuten, sondern die Spieler haben mehrere Tage, und teilweise auch Wochen zeit um den Rekord zu brechen und sich selbst an die Spitze zu setzen.
Damit der Spieler keinen dieser Turniere versäumt, besteht die Möglichkeit einen Mario Kart Kanal zu den Nintendo Wii Kanälen hinzuzufügen. Dieser erlaubt es Nachrichten zu neuen Turnieren zu empfangen, oder aber auch um die Rekorde von Freunden auf allen Strecken zu überprüfen. Zum verwenden dieses Kanals ist es auch nicht notwendig das Medium im Laufwerk eingelegt zu haben. Erst wenn eine Strecke befahren werden muss, verlangt die Konsole selbstständig nach der Spiel-DVD.
Wie ist die Grafik, was macht der Sound?
Vorweg gesagt weiß die Grafik zwar zu überzeugen, an die unheimlich gute Grafik von Super Mario Galaxy kommt es dennoch nicht heran. Beginnen wir jedoch am Anfang. Die Strecken und Fahrzeuge sind wie gewohnt von Nintendo mit viel liebe zum Detail, und viel Humor in Szene gesetzt. Die Strecken verbergen nicht nur etliche Gefahren, sondern auch einige Abkürzungen die sich nahtlos ins Spiel integrieren. Die neuen Mitstreiter im Kampf, wie etwa Knochentrocken sehen dabei derart gut aus, dass man jeden Knochen einzeln erkennen kann. Sämtliche Animationen der Figuren entzücken nicht nur die Augen, sondern bringen auch ein kurzes Lächeln auf die Lippen. So ist es bei jeder Figur nett anzusehen, wenn man die Freude sieht sobald der Gegner über eine eigens gelegte Banane fährt. Doch auch die statischen bzw. Kursspezifischen Objekte wie etwa Bäume und Fragezeichen oder herumirrende Gumbas sehen sehr fein aus. Technische Feinheiten wie Bump Mapping sind jedoch nicht nur eine Seltenheit, sondern zumeist kaum erwähnenswert. Dennoch ist Mario Kart Wii grafisch auch der GameCube Version deutlich überlegen und bleibt trotz vieler Details und hoher Geschwindigkeit immer flüssig.
Musikalisch ist wie gewohnt typisch nettes Gedudel zu hören. Nichts desto trotz kann auch diese klangmäßige Kulisse nach wie vor gut überzeugen und verbirgt den ein oder anderen Klassiker. Sämtliche Geräuscheffekte sind passend zur gezeigten Animation, sodass ein Speed-Up Pilz auch tatsächlich wie ein plötzlicher Geschwindigkeitsschub klingt. Auch in Bezug auf Humor bekommen die Ohren immer wieder das ein oder andere lustige Geräusch präsentiert. So sind die unterschiedlichen Freudesgräusche beim Abschuss der Gegner mit einem Panzer immer wieder ein Grund genau zuzuhören.
Was wäre ein Spiel ohne gute Steuerung?
Wie bereits zu Beginn erwähnt stehen dem Spieler bis zu 4 unterschiedliche Steuerungsmöglichkeiten zu Verfügung. Welche zu favorisieren ist, bleibt jedem selbst überlassen, da alle 4 recht gut funktionieren. Primär sollte jedoch auf die Wii-Fernbedienung-Nunchuk-Kombination, oder auf das Lenkrad hingewiesen werden. Als Begründung kann hier der enorm höhere Spielspass, und die aktivere Eingliederung in das Spiel genannt werden. Einen weiteren Bonus bekommen jene Spieler die gerne auf 2 Rädern fahren. Wird die Wii-Fernbedienung bei Verwendung eines Motorrades hochgezogen, vollzieht die Spielfigur einen sogenannten "Wheelie" bei dem das Vorderrad hochgezogen, und somit ein Geschwindigkeitsschub erzielt wird.
Generell kann gesagt sein das sofort auf die Befehle reagiert wird, sei es der Boost nach dem Sprung durch schütteln der Wii-Fernbedienung oder des Lenkrades, oder das schlichte Lenken, die Bewegung wird sofort vom virtuellen Rennfahrer umgesetzt. Die Steuerung ist recht schnell und einfach erlernt und selbst für jüngere Spielergenerationen schnell in Fleisch und Blut übergegangen. Einzig und allein der manuelle Driftmodus benötigt viel Zeit um diesen zu erlernen und perfekt zu beherrschen. Wer sich die Zeit jedoch nimmt, wird seine eigenen Rundenzeiten verbessern können.

Fazit:
Mario Kart Wii ist dank der einfachen Steuerung, der grafisch durchwachsenen und gut durchdachten Präsentation, und auch Dank des perfekten Onlinemodus bereits binnen kürzester Zeit zu einem Pflichtspiel auf Nintendos Heimkonsole geworden. Die besten Kaufgründe sind die sehr gute Grafik, die sehr guten und abwechslungsreichen Kurse, die neue Itemverteilung, sowie der Mehrspieler- und Onlinemodus. Noch nie zuvor sah ein Mario Kart so gut aus, noch nie war das Fahrverhalten so gut zu spüren wie jetzt. Das plastische, aber dennoch gut im Griff zu haltende Lenkrad ist mehr oder weniger dem Spiel gratis beigepackt und wird für viel Spaß sorgen. Auch der Preis des Spieles ist gering gehalten, was den Griff zum Rennspiel Nummer 1 für Nintendo Wii beinahe garantiert. Für alle Mario Kart Fans ist das Spiel ein muss, jene die es noch werden wollen, aber auch jene die von den bisherigen Teilen enttäuscht waren, sollten den virtuellen Spaßrenner auf jeden Fall zumindest antesten.
Es ist eifach hammer super duper genial also einfach spitze.
Ist sehr weiter zu empfehlen.Und das lenken ist auch voll geil.Also kauft es $!$