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Deadly Creatures - Review

Verfasst von Blackwolf am 25.02.2009 - 10:13.

"Mit Deadly Creatures präsentiert THQ ein völlig neues Action-Feuerwerk, das speziell für die Wii entwickelt wurde! Das Spiel versetzt den Spieler in die Rolle eines gepanzerten Skorpions oder einer tödlichen Tarantel."
So beschreibt es der Hersteller und viel mehr muss man eigentlich nicht hinzufügen, um zu erklären, worum es in dem Spiel geht.

Der Spieler ist diesmal kein Superheld, ultracooler Dämonenjäger, Prinzessinenretter oder High-Speed-Rennfahrer, sondern ein kleines Insekt umgeben von großen Gefahren. Die achtbeinigen Protagonisten sind krabbelig, tierisch und per Wiimote steuerbar. Keine neue Idee, immerhin entführten uns schon manch ältere Spiele in einen Citinpanzer, um in der Welt der Käfer zu bestehen. Was ist also die Neuerung?
Tatsache ist, dass es sich hierbei trotzdem um ein völlig neues Konzept handelt. Der Unterschied zu allen Spielen vorher, wo man noch mit Insekten auf virtuelle Erkundung gehen konnte, war, das dieses Spiel versucht realistisch zu sein, von der Umgebung bis hin zu den krabbelnden Mitbewohnern. Ob es gelungen ist? Das folgende Review soll einen Einblick geben.
 

THQ's tödliche Kreaturen suchen die Wii heim.

Spinneninvasion auf der Wii

Man legt das Spiel ein, startet es über den Wii-Kanal und erstaunt schon beim Anblick des Titelbildschirms. Allerlei Insekten kriechen, schaben und winden sich über die dunkle Mattscheibe und beweisen eine faszinierende und realistische Animation. Der Spieler bekommt gleich das Gefühl, dass es sich hier um echte Tierchen handelt die die Wii bevölkern, das virtuelle Bild tritt dabei vollkommen in den Hintergrund. Nachdem das Spiel gestartet wurde vergeht dieses Gefühl auch nicht, im Gegenteil. Jedes Tier bewegt sich natürlich, geradezu unheimlich real. Ohne jede Frage: Das weiß zu begeistern.
Die Grafik an und für sich allerdings nicht. Die Texturen sind deutlich schwach, sowohl in der Umgebung als auch bei den Figuren. Man fühlt sich beinahe in die Gamecubeära zurückversetzt. Zugegeben, die Umgebung gibt nicht viel her. Der Großteil der Kulisse spielt in der trockenen Wüste, was naturgemäß zur Auswahl zweier Farben lässt. Dreckig grau und dreckig braun.
Daraus setzt sich also aus nicht sonderlich viel Abwechslung zusammen, was in einem Wüstenszenario sicher mehr oder minder auch so gewollt ist.
Dafür glänzt die Liebe zum Detail. Denn trotz der limitierten Gestaltungsmöglichkeiten, wusste THQ wie man dem Spieler dennoch etwas bietet. Die Umgebung ist vielseitig und glaubhaft umgesetzt und viele Kleinigkeiten wissen zu gefallen. So liegen in der Wüste auch einmal kleine Zinnsoldaten, Colabecher, alte Fahrräder und zerstörte Fernseher herum, die natürlich frei bekrabbelt werden können. Stets sorgen beispielsweise abgerissene Puppenköpfe oder liegen gelassene Handys irgendwo für einen besonderen Atmosphärereiz. Besonders spätere Stellen können einen wirklich begeistern, denn die Atmosphäre ist mitunter der stärkste Teil des Spiels. Durch dunkle Gänge kriechen, über Tierkadaver stolpern und sich in der Einöde zurechtfinden, alles aus der Sicht eines kleinen Monsters. Alles ist dabei abstoßend, teilweise ekelerregend und dadurch regelrecht faszinierend. Das ist eine einmalige Erfahrung, die kein Spieler bisher so überzeugend mitgekriegt hat. Unheimlich, Bizarr aber irgendwo glaubhaft. Man "fühlt" sich als Spinne, und kein Teil des Spieles macht einen Glauben, dass dies nicht so sei.
Und das Gefühl ist durchaus großartig. THQ konfrontiert den Spieler mit etwas neuem, etwas was er vorher nie hatte und setzt damit einen Trumpf.
Die Umgebungsgeräusche sind dabei ebenfalls gut gelungen. Das Zischen einer Spinne, das Fressgeräusch des Skorpions und das leise Geräusch haariger Beine auf dem Untergrund klingen natürlich. Zudem wurde fast komplett auf Begleitmusik verzichtet, was den gefühlten Realismus noch verstärkt.
Auch die deutschen Synchronstimmen sind wunderbar ausgewählt. Ja, richtig gelesen. Synchronstimmen. Man begegnet in seiner achtfüßigen Form auch einigen Menschen, zwei um genau zu sein, aber später mehr dazu.
Wichtig ist hierbei nur, wie glaubhaft das Spiel bei dem Spieler ankommt. Und dafür muss ganz klar gesagt sein, dass die Atmosphäre einmalig und auf höchstem Niveau ist, auch wenn die nicht sonderlich hübsche Grafik den Gesamteindruck etwas herunterzieht.

 

Die Tarantel kämpft gegen eine Übermacht von Feinden. Solche Szenen sind im Spiel keine Seltenheit.

 

No more „Mr. Nice Bug“!

Der Spieler darf, wie bereits erwähnt, als Insekt die Umgebung erkunden, Mitinsekten fressen und sich gegen die Natur wehren. Alles über Wiimote und Nunchuck und eines vorne weg genommen: Es funktioniert. Die Standardangriffe liegen auf der A-Taste, Kombinationen und Finishing-Moves werden über Bewegungen ausgelöst. Das klappt nach kurzer Zeit recht gut, wenn auch nie zu 100%. Es ist aber zu verschmerzen, weil die meiste Zeit die Steuerung sich durchaus anpasst und zudem verstellbar ist. Ein Lob dafür an die Entwickler. Man muss es heute ja fast als himmlisches Geschenk annehmen, wenn die Steuerung bei der Wii das Spiel einmal nicht behindert, sondern einen Spielfluss gewährt. THQ's Krabbelspiel platziert sich hierbei in einem gehobenen Mittelbereich. Unglaublich und begeisternd ist die Steuerung nicht, aber dafür funktional und passend.

Die beiden Protagonisten sind, wie ebenfalls bereits erwähnt, eine Spinne und ein Skorpion, die sich jeweils ganz angenehm unterschiedlich spielen. Auswählen in welche Rolle der Spieler schlüpft, kann er jedoch nicht, das Spiel schreibt vor, wann welche Rolle übernommen werden muss. Zunächst einmal die Spinne. Sie ist mehr der "Stealthtyp". Schnell, wendig und durch rasche Sprünge kann sie sich schnell aus dem Kampf mit Ratten und Echsen entfernen. Sie besitzt nur eine begrenzte Möglichkeit im Nahkampf auszuteilen, kann dafür aber mit Netzen Gegner lähmen oder aus dem Hinterhalt angreifen. Auch spielen sich alle Level mit der Spinne ganz und gar ungewohnt. Nicht nur kann die Tarantel an Wänden entlangkrabbeln, auch Decken sind für die Netzschwingerin kein Problem. Zudem kann man an vorgegebenen Orten sich von Objekt zu Objekt schwingen und auch hier wird keine Rücksicht auf gewöhnliches Leveldesign genommen. Oben, unten, rechts, links, wo auch immer. Die Spinne "spinnt" sich ihren Weg wo sie will. Selbst Peter Parker alias Spiderman wäre neidisch.
Das macht jede Menge Spaß und hier kann die Spinne richtig punkten. Die komplette Ausnutzung des Raums auf diese Art und Weise gibt dem Spieler eine ungeahnte Erkundungsmöglichkeit.
Einer der stärksten Szenen des Spiels ist es, wenn der Spieler mit der Spinne den ganzen Innenraum einer Tankstelle durchforsten kann. Gleich wird hier die Neugier geweckt alles aus den kleinen Blickwinkel der Spinne unter die Lupe zu nehmen. Hier übertrumpft das Spiel sich selbst und ist ohne Frage großartig. Bestünde das Spiel aus vielen ähnlichen Szenen, wäre es ein reines Meisterwerk.
Leider ist dem nicht so. Den Großteils des Spiels verbringt man auch als Spinne auf sehr geradlinigen Wegen, manchmal durch das Leveldesign etwas verwirrt, aber durch einen einblendbaren Pfeil zur Richtungsangabe lösbar. Dennoch wird dieser nicht verhindern können, dass ihr einmal mehr, einmal weniger völlig verwirrt sein werdet. „Wo muss ich eigentlich hin?“

 

Im Gegensatz zu der Spinne geht es bei dem Skorpion behäbiger zu. Dafür darf er sich mit den größeren Feinden herumschlagen.

 

Der Skorpion dagegen ist der Nahkämpfer. Etwas behäbiger und langsamer, dafür mit einer reichen Palette an Angriffen und Kombomöglichkeiten ausgestattet. Seine fehlende Agilität im Kampf gleicht er auch dadurch aus, dass er Angriffe im Gegensatz zur Spinne blocken und selbst Blockaden mit starken Angriffen brechen kann. Zudem beherrscht er die Finishermoves. Sprich: Ist ein Gegner stark angeschlagen, kann der Giftstachelschwinger durch das Drücken der C-Taste einen finalen Schlag in Form eines Quicktime-Events einleiten. Schwingt man nun die Wiimote zur rechten Zeit zur angezeigten Seite wird der Spieler dafür mit einer kleinen Szene belohnt, in der der Skorpion sein Opfer auseinanderschnibbelt. Der Gewaltgrad ist hierbei recht hoch und bei Echsen und Ratten spritzt auch rotes Blut auf die "Kamera". Allerdings ist ein Finisher durch die gute Animation auch hübsch anzusehen.
Ansonsten sind die Skorpionlevel sehr, sehr geradlinig. Dadurch, dass er nur an Wänden entlanglaufen kann und sich nicht über Spinnennetze fortbewegt, sind die Laufpassagen weitaus unspektakulärer und ein Stückchen langsamer. Dafür schneidet sich der Scherenträger durch abgestorbenes Gras und gräbt sich Tunnel als alternative Wege, natürlich mit eifrigem Einsatz der Wiimote.
Die Levels mit dem Skorpion liegen ohnehin Schwerpunktmäßig natürlich auch auf dem Kampf, weshalb der Schwierigkeitsgrad hier auch deutlich höher als bei der Spinne liegt. Gerade in letzteren Kapiteln ist es nicht gerade einfach drei Ratten in Folge zu besiegen ohne dabei sein sechsbeiniges Leben auszuhauchen. Glücklicherweise sind die Speicherpunkte -kleine Libellenschwärme- ganz fair verteilt.
Wer übrigens fleißig seine tierischen Kameraden in den Krabbelhimmel schickt, erhält Raubtierpunkte. Das ist in diesem Fall einfach ein anderer Name für Erfahrungspunkte, denn diese schalten ab einem gewissen, gesammelten Grad auch neue Fähigkeiten wie erhöhte Kombomöglichkeiten, zusätzliche Angriffe oder neue Fortbewegungsmethoden frei. Punkte erhält man auch durch das Erfüllen der Abenteuermissionen, welche aber eigentlich nicht mehr fordern, als das Abschließen des Levels. „Entkomme aus dem Bau der schwarzen Witwen“ ist daher nichts anderes als eine umständliche Bezeichnung für „Laufe nach vorne, bis das Level zu Ende ist“.
Zudem präsentiert einem das Spiel hin und wieder einen Bosskampf mit besonders großen, wenn auch nicht klugen Tieren wie Schlangen, Eidechsen oder sogar der Gattung Mensch. Hierbei muss man selten groß herausfinden was zu tun ist, die meisten Kämpfe erklären sich von selbst. Das liegt vornehmlich daran, dass die meisten Bosse etwas verlängerte Quicktime-Events sind, die auch noch in einer entsprechenden Anleitung erklärt werden, sei es nun mit der zu drückenden oder schwingenden Tastenfolge oder mit einem kleinen Text. Nur selten muss man auf die Lösung kommen und einen Schwachpunkt selbst herausfinden. Allerdings sind die letzten Kämpfe durchaus spannend und halten den Spieler gut bei Laune.

 

Auch Angriffe aus dem Hinterhalt beherrscht die Tarantel.

Who let the Bugs out? Who?

Ärgerlich ist jedoch, dass Zwischensequenzen nicht abbrechbar sind. Sich viermal eine lange Sequenz anzutun, weil man eben an mehreren Ratten und Mi(s)tkäfern scheitert ist alles andere als erfreulich. Außerdem gibt es noch andere Ärgernisse, die den zahlenden Spieler piesaken. Ich weiß jetzt schon, dass das Wort "Kameraprobleme" bei vielen Lesern ein kleines genervtes Seufzen hervorrufen wird. Aber leider bleibt die Kamera tatsächlich manchmal an Objekten hängen, zentriert sich auf eine Wand oder Gräser, während man gemütlich von einer Echse aufgemüffelt wird oder schwenkt so epileptisch hin und her, dass ein klarer Blick auf die Lage geradezu unmöglich wird. Und als wäre das nicht genug, gibt es leider jede Menge Bugs in dem Spiel. Ich unterschlage mal jeden diskriminierenden Witz über Käfer an dieser Stelle.
Manchmal verschwinden Gegner in Wänden oder das Spiel hängt sich in einem Anflug von Selbstgeißelung auf. Auch das plötzlich Wand und Boden in einem unendlichen Loch sich auflösen kann stellenweise geschehen. Ärgerlicher sind aber auch Clippingfehler, die die Spinne von Objekten runter stößt, als hätte man plötzlich den Boden unter den Füßen verloren. Zudem bewegen sich einmal Gegner durch feste Objekte durch oder, wenn die Spielfehler einmal zur Höchstleistung auflegen, fliegen einfach darüber hinweg. Und wenn man bedenkt, dass das Spiel sehr viel Atmosphäre durch seinen Realismus gewinnt, kann eine herumfliegende Ratte doch ein klein wenig das Gesamtbild stören.
Auch passiert es manchmal, dass Angriffe nicht beim Gegner ankommen sondern durch ihn hindurchgehen, was besonders an Stellen mit mehreren Fressfeinden wirklich frusten kann.
Auch wenn sich das Sammelsurium an Gemeinheiten jetzt massiv anhört, so kann dennoch eine kleine Beruhigung gegeben werden. Nichts davon ist gravierend und extrem störend. Selbst wenn der Spieler ein paar mal Bugs begegnet, wird das Spiel dennoch dabei nicht unspielbar. Allerdings stößt es recht sauer auf, dass einige Levels recyelt werden, da einige Abschnitte als Spinne und Skorpion nacheinander durchquert werden, zwar auf leicht anderen Wegen, aber dennoch die selbe Umgebung.
Auch wenn dies schmerzlich ist, kann man dem Spiel vergeben, selbst wenn ein wenig mehr Feinschliff seitens der Entwickler erwünscht gewesen wäre.
Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass das Leveldesign interessant und spaßig ist und auch die Kämpfe abwechslungsreich und durchdacht sind, auch wenn es manchmal einige Probleme gibt. Durch das ungewöhnliche Thema des Spieles ergibt sich eine gute Mischung.

Klein aber... Kurz.

6-7 Stunden verbringt der Spieler im haarigen Körper der Tarantel oder des Skorpions. So faszinierend auch der kleine Exkurs in das Reich der Insekten ist, umso schneller ist es auch vorbei. Wenn plötzlich die Credits laufen, bildet sich förmlich ein Fragezeichen über dem Kopf des Spielers.
"Ah? Schon vorbei?"
Ja, leider. Gerade wo die besten Stellen des Spiels kommen und man richtig hineingezogen wird, ist es vorbei.
Wiederspielwert? Wohl weniger. Man sammelt zwar während des Spiels Maden ein (oder vielmehr frisst sie auf), um Artworkgalerien freizuschalten, doch stellen sich dort zwei Probleme ein. Von 450 Maden des Spiels fanden wir bereits beim ersten Durchlauf gleich 432 dieser Krabbeltiere. Sonderlich gut versteckt sind sie also nicht. Und die Belohnung für das kollektive Madenmüffeln? Zeichnungen von Spinnen, Skorpionen und Ratten. Wer hier nicht vor lauter Begeisterung aus dem Drehstuhl springt, der wird wohl an dieser Stelle den realistischen Entertainment-Faktor dieses Inhalts erraten können. Er tendiert gegen Null.
Irgendwie kann man die Entwickler hier nicht nachvollziehen. Artwork hin oder her, es macht doch nur Sinn einen Fanservice zu schaffen, wenn auch Fans anwesend sind. Bei Super Mario macht das Sinn, weil Super Mario Fans hat. Bei Sonic macht das Sinn. Bei Zelda auch. Aber bei Deadly Creatures? Man muss schon ein großer Fan von Spinnen und co. sein, um alles freischalten zu wollen. Oder besser bei Google gleich "Tarantel" eingeben, das hat den gleichen Effekt.
Viel besser wären Entwicklervideos über das Spiel gewesen oder allgemeine Infovideos über Spinnen und Skorpione. Eine Art kleiner Dokumentarfilm. Das hätte kein Problem werden sollen, immerhin merkt man, dass sich die Entwickler mit dem Thema bei der Produktion des Spiels auseinandergesetzt haben. Es wäre durchaus interessant gewesen, darüber mehr zu erfahren, wenn man von dem Spiel schon aufgeheizt wurde. Auch ein Entwicklertagebuch in Videoform hätte Sinn ergeben. Das wären alles spannende Dinge zum Freischalten gewesen. Aber so? Zugegeben: Es gibt ein Interview mit Dennis Hopper und Billy Bob zu dem Spiel, aber selbst das lässt sich nur mit allen Maden freischalten und ist nicht derart unterhaltsam, dass sich der Aufwand lohnen würde.
Also von großem Umfang kann leider keine Rede sein. Kein Multiplayer, keine interessanten Extras, nichts. Ein zugegeben spannender Storymodus von 6-7 Stunden ist alles. Das ist wirklich nicht sehr viel.

Die Story ist nebenbei bemerkt sogar erwähnenswert. Aus der Sicht der kleinen Krabbeltierchen, bekommt man die Geschichte von zwei Rednecks in der Wüste mit, die einen Schatz aus den amerikanischen Bürgerkrieg suchen. An und für sich ist die erzählte Geschichte kurz und nicht sehr spannend, die innovative Erzählperspektive im Spinnenleib macht das aber wieder wett.
Es ist fesselnd, dass man die Story eben als Insekt mitbekommt und das erzeugt einen ganz neuen Blickwinkel zum Geschehen. Vor allem weil später selbst die tierischen Protagonisten die Geschichte beeinflussen. Erfreulich ist auch die Art und Weise wie die Seitenstorys von Spinne und Skorpion jeweils auf einander Einfluss nehmen. Nicht zuletzt ist es einfach ein interessanter Umstand, wie solch ein kleines Lebewesen die Wendung einer Geschichte zwischen Menschen beeinflussen kann. Trotzdem ist es nichts spektakuläres, leider zu kurz und zu unbedeutend kommt alles rüber. Da ist man in der heutigen Zeit einiges mehr gewöhnt. Vor allem ist das Ende rasch, belanglos und nichts sagend, was ebenfalls einen schalen Beigeschmack hinterlässt.

 

Auch große Tiere wollen den Insekten an den Panzer.

 

Fazit

Ein recht solides Spiel mit einigen bizarren und skurilen Ideen. Das Spiel wirkt leider noch ein wenig unfertig, aber der Mut zum Neuen ist THQ durchaus anzurechnen. Zwar sind einige Stellen des Spiels absolut großartig, aber der Rest des Spieles bewegt sich einmal im Mittelmaß und leidet andererseits durch Fehler und fehlendes Feintunnig am Ende. Die vielen Ideen zünden einmal mehr, einmal weniger und retten das Spiel vor der absoluten Belanglosigkeit. Die Atmosphäre und das clevere Leveldesign sind über jeden Zweifel erhaben und beweisen, wie großartig das Spiel hätte sein können, ja, mitunter ist es stellenweise wunderbar fesselnd. Doch die konstante Qualität fehlt, damit es zu einem wahren bizarren Meisterwerk eines Suda Goichi oder American Mc´Gees wird.
THQ zeigt uns eine tödliche, fazinierende Welt und es macht wirklich Spaß darin zu versinken und einmal etwas völlig Neues zu erleben. Doch wenn man wieder so schnell wieder herausgerissen wird ist die Enttäuschung groß.

Gamekanal.de - Blackwolfs Empfehlung: Es ist auf alle Fälle ein Kauf wert, allerdings zur Budgetversion. Wartet bis es günstiger wird, schlagt aber dann auf alle Fälle zu. Diese Erfahrung solltet ihr euch keines Falls entgehen lassen, denn sie ist durchaus atemberaubend und etwas ganz besonderes. Doch der kurze Inhalt und das Fehlen einer konstanten Qualität rechtfertigen nicht den Vollpreis des Titels.

 

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