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Call of Duty 4 - Review

Verfasst von Benny am 04.07.2008 - 15:45.

Einmal mehr katapultieren die Jungs des Entwicklerstudios Infinity Ward ihre Spieler in ein Kriegsszenario und wollen mit dem neuen Call of Duty wieder einmal beweisen, dass ihr Spiel auf den Thron der Shootergames gehört. Dabei wechselt man mit Call of Duty 4: Modern Warfar zum ersten Mal in ein neues, für die Serie frisches, fiktives Szenario und gewährt endlich modernen Kampftaktiken sowie Waffenarsenal den Einzug in die erfolgreichste Egoshooter Serie der letzten Jahre.


Alles hat einen Anfang…

Als Spieler von Call of Duty 4 wird einem sofort gezeigt, wo der Hase langläuft. Kaum ist das Intro, welches kurz anreißt, was einen in diesem Egoshooter-Epos erwartet, beendet wird man sofort in eine Art Trainingslager geschickt. Sehr gut gemacht ist hierbei die Tatsache, dass dieses Trainingslager zweierlei Dingen dient. Zum einen ist dies die Erklärung und Einführung in die Steuerung und wie man sich generell auf dem Schlachtfeld zu verhalten hat. Zum anderen wird durch die Schnelligkeit und Präzision in der, der vorgefertigte und mit Fallen gespickte Parcours beendet wurde dazu benutzt, um den für den Spieler richtigen Schwierigkeitsgrad zu wählen. Dies ist nur ein Vorschlag und wer meint, er gewöhne sich noch an die Steuerung und ist definitiv der neue Rambo der Neuzeit darf sich gerne für einen höheren Schwierigkeitsgrad entscheiden. Falls es im späteren Verlauf des Spiels doch einmal zu schwer werden sollte, kann man die letzte Mission über das Hauptmenü auch in einer anderen Schwierigkeitsstufe durchspielen. Besonders bei längeren Kampfeinsätzen mit vielen gegnerischen Angriffswellen kann es bei treffsichereren Terroristen durchaus sein, dass auch geübte Spieler kurz vor der Verzweiflung stehen und den angestrebten Schwierigkeitsgrad doch runter stellen.

Trotz der doch recht kurzen Gesamtspielzeit von ca. 6 - 8 Stunden dürfte Call of Duty 4 eine der intensivsten Erfahrungen für die meisten Spieler sein. Zu jeder Zeit während der Solomissionen fühlt es sich an, als wäre man live mit dabei. Besonderes Lob verdienen dabei die sehr gut gelungenen Zwischensequenzen, in denen oftmals noch die Sicht verändert werden kann und eigentlich nie wirklich die Kontrolle über die Spielfigur verloren wird.


In einer Szene wird die Geschichte aus Sicht eines Politikers, der von den Terroristen gefangen genommen und nun zu einer öffentlichen Exekution gefahren wird, weitererzählt. Der Mann wird in ein Auto geworfen, bekommt noch einen kleinen Abschiedsgruß in Form eines Kolbens ins Gesicht gedrückt und wird dann quer durch eine sehr detailierte und belebte Stadt gefahren. An jeder Ecke während der Fahrt, bei der man die Sicht verändern kann, passieren kleine und große Grausamkeiten der Terroranhänger. Die gesamte Szenerie wirkt unglaublich spannend, fesselnd und realistisch bedrückend, als wäre man es selbst der gerade seine letzten Kilometer seines Lebens mit einer zertrümmerten Nase im Auto fahren darf. Sobald das Exekutionskommando am Ort des Geschehens angekommen ist, wird man in die Mitte eines offenen Gebäudes geschleppt, um dort in den Lauf der Kanone des Oberhauptes blicken zu dürfen. Ein Schuss lässt die Boxen scheppern und die Nachbarn aufwachen, der Bildschirm wird schwarz und man darf sich für einen kurzen Augenblick wieder daran erinnern, im friedlichen, heimischen Wohnzimmer zu sitzen und nicht gerade ein helles Licht erblickt zu haben.

In genau dieser Art wird die Story des Spiels immer wieder in kleinen Sequenzen, die in Spielgrafik zu bestaunen sind, fortgeführt und zieht den Spieler immer tiefer in den Kampf gegen die teuflischen Machenschaften der Terroristen. Diese versuchen eine Atombombe in die Vereinigten Staaten zu befördern und dort zu zünden. Die Aufgabe ist es nun dies zu verhindern!


Dabei ist das Missionsdesign erfrischend abwechselnd und so gibt es viele unterschiedliche Aufträge wie z.B. Scharfschützenmissionen, bei denen man sich leise fortbewegen muss und nicht entdeckt werden darf oder Rettungsaktionen in denen angeschossene Kameraden wieder in Sicherheit gebracht werden wollen. Wirklich langweilige oder frustrierende Missionen gibt es nicht und so ist man die komplette Kampagne über sehr Motiviert diese auch zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.


Beeindruckende Bilder…

Wer bisher noch nicht von der Grafikpracht umgehauen wurde und sich immer noch seelenruhig auf seinem Sessel sitzend befindet, dürfte den letzten Termin beim Augenarzt verpasst haben. Call of Duty 4: Modern Warfare setzt neue Maßstäbe in der Umsetzung und Gestaltung einer wunderschönen und realistisch wirkenden Spielwelt. Kisten können durch die Gegend geschossen werden und bereits zerstörte Gebäude sind mit soviel Liebe zum Detail gestaltet worden als würde ein Bauherr sein neues Eigenheim erschaffen.

Jede Animation der einzelnen Personen auf dem Bildschirm wirkt wie aus einem Guss und verhilft dem Realitätsgrad in ungewohnte Höhen zu steigen. Erwischt man einen Gegner mit einem Schuss so verhält sich dieser sehr realistisch. Dabei werden verschiedene Trefferzonen berücksichtigt, bei denen auch die Animationen entsprechend anders ausfallen. Wird ein Gegner in Brust oder Schulter getroffen so wird der Oberkörper durch die Wucht der aufprallenden Kugel nach hinten geschleudert.


Jedes einzelne Areal in das es den Spieler verschlägt ist ein Unikat und in jeder Hinsicht absolut Abwechslungsreich. Kein Standort wirkt je wie schon mal gesehen und es ist immer wieder eine neue Herausforderung sich durch die feindlichen Linien zu schlagen. Die an die Seite gestellten Teamkameraden machen dabei fast immer einen sehr guten Eindruck und verhalten sich vorsichtig und der Situation entsprechend korrekt. Ein einziges Mal kamen wir in unserem Test nicht sofort weiter, da sich ein Teamkamerad einfach nicht mehr bewegen wollte. Durch ein paar Schüsse in den Allerwertesten konnten wir ihn dann aber dennoch eines Besseren belehren und er nahm seinen Dienst wie gewohnt wieder auf.


Feuerwerk für die Ohren…

Nicht nur das Sehorgan wird blendet versorgt, auch die Hörmuschel bekommt eine gehörige Portion wohltuender und passender Eindrücke vom großen Kuchen ab. Hier stimmt wirklich alles. Von der immer sehr stimmig wirkenden Musikuntermalung bis hin zu jeder einzelnen abgeschossenen Munitionskugel ist alles nahezu perfekt vertont worden. Dabei braucht sich auch die deutsche Sprachausgabe nicht verstecken. Kameraden geben kurze knackige Kommentare oder Anweisungen von sich und der Befehlshaber kann auch mal einen gröberen Ton anschlagen um seine Mannen weiter voranzutreiben.

Das Gesamtpaket von Call of Duty stimmt in einfach jeder Hinsicht. Die Grafik ist ein Augenschmaus, der Sound geht durch Mark und Bein und die Musik ist ein orchestrales Meisterstück. Einen wirklichen Kritikpunkt der den durchweg sehr guten Gesamteindruck verschlechtert findet man selten.



Langzeitmotivator: Mehrspielermodus!

Den meisten Spielern dürfte trotz der bombastischen Präsentation eine Spielzeit von guten 6 – 8 Stunden dennoch nicht genug sein und so wurde kurzer Hand einer der besten Mehrspielermodi integriert die man heutzutage auf dem Konsolenmarkt finden kann. Aus diversen unterschiedlichen Spielmodi kann man aussuchen um die persönlichen Bedürfnisse zu stillen. Dabei werden klassische Spielziele wie „Suchen und Zerstören“, „Deathmatch“, „Herrschaft“ und viele andere geboten. Wem das noch nicht genug ist, der kann zusätzlich noch in die Hardcore Varianten absteigen um sein Können weiter unter Beweis zu stellen. In diesen Hardcore Spielmodi verschwindet das HUD, auf dem ebenfalls das sehr nützliche Radar angebracht ist. Ebenso benötigt man weniger Treffer um einen Gegner zu erledigen.

Zu all diesen Spielmodi gesellt sich der sehr gut umgesetzte Klasseneditor. Dabei können eigene Spielerklassen erstellt werden die mit unterschiedlichen Waffenkombinationen ausgestattet sind. Zusätzlich zu den normalen Waffen werden Spezialfähigkeiten geboten, wobei bis zu drei solcher Fähigkeiten pro Klasse eingesetzt werden dürfen. Darunter finden sich Spezialfähigkeiten wie „Märtyrer“ bei der kurz vor dem Ableben eine scharfgemachte Handgranate fallen gelassen wird oder der Fähigkeit „Eliminator“ bei der man mit der Handwaffe am Boden liegend den eigentlichen Mörder noch zur Strecke bringen kann. Aus einer Vielzahl Fähigkeiten kann hier ausgewählt und eine neue Klasse zusammengestellt werden.

Doch damit immer noch nicht genug. Für jedes absolvierte Match - egal ob gewonnen oder verloren - und jeden Abschuss eines Gegners werden dem Spieler Erfahrungspunkte gutgeschrieben durch welche er in den Rängen aufsteigen kann. Während man die Rangleiter empor klettert werden immer wieder neue Waffen und Fähigkeiten freigespielt sowie neue Herausforderungen an den Spieler gestellt. Die Herausforderungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, füllen ebenfalls das Erfahrungspunktekonto und tragen somit ihren Teil dazu bei schneller mehr Waffen im Arsenal vorzufinden. Die nebensächlichen Aufgaben erstrecken sich von „Schaffe 100 Abschüsse mit einer bestimmten Waffe“ bis hin zu „Falle in einen Abgrund“ oder „Erledige einen Feind durch eine Kettenreaktion“.


Insgesamt gibt es 55 Ränge zu absolvieren wobei nach jedem Erreichen des letzten Ranges noch ein sogenannter „Prestige-Modus“ gestartet werden kann. Willigt man diesem Prestigemodus ein, werden alle bis dahin erspielten Waffen wieder eingezogen und der Rang wird auf Rang 1 zurückgesetzt. Einzig und allein das Rangabzeichen wird nun anders dargestellt um sich von der breiten Masse abzuheben. Der Prestigemodus kann bis zu 10 Mal durchlaufen werden und sollte zumindest den Hardcorespielern genug Grund geben, um auch noch nach Wochen des Spielens weitere Erfahrungspunkte zu sammeln. Jeder Erfolg spiegelt sich in den Erfahrungspunkten wider und so bietet Call of Duty auch eine weltweite Onlinerangliste auf der die eigenen Statistiken gut verfolgt werden können.

Am besten gelöst ist jedoch die Möglichkeit mit seinen Freunden in ein gemeinsames Spiel einzusteigen. Hier können Gruppen eröffnet werden in welche Freunde der jeweiligen Gruppenmitglieder eingeladen werden können. Sucht der Gruppenleiter nun einen neuen Spielmodus aus, wird ein passendes Spiel für die gesamte Gruppe gefunden oder erstellt. Dabei bleibt die erstellte Gruppe solange zusammen, wie der gewählte Spielmodus eine maximale Teilnehmeranzahl pro Team erlaubt. Somit ist garantiert, dass man mit seinen Freunden zusammen immer in einem Team spielt und so den Vorteil des Teamplays ausnutzen kann.


Einziger Kritikpunkt ist hier die Steuerung. Durch Abschussserien kann man diverse Spezialfähigkeiten wie einen Hubschraubereinsatz, der dann aus der Luft die Gegner auseinander nimmt, anfordern. Dieser wird durch Drücken auf das Steuerkreuz aktiviert, wobei man mit der linken Hand den Analogstick, welcher für das Laufen auf der Karte zuständig ist, loslassen muss. Dies ist insofern mehr oder minder schlecht gelöst, da in einem hektischen Shooter jede Sekunde zählt und ein unbewegliches Ziel das leichteste der verfügbaren Ziele darstellt. So kann es passieren, dass die soeben erreichte Abschussserie schneller wieder vorbei ist als einem lieb ist. Dennoch tut dies dem Spielspaß keinen Abbruch, da diese Spezialfähigkeiten erst nach insgesamt drei Abschüssen jedem Spieler der dies schafft zur Verfügung stehen und nach und nach mit dem weiteren erledigen von Gegnern in der Stärke der Fähigkeit steigt. Neben dem schon genannten Hubschrauber, welcher erst zuletzt verfügbar ist, gibt es noch die Möglichkeit eines Radars, welches alle Gegner auf der Karte sichtbar macht und die des Luftschlags, welcher einen kleinen Bereich der Karte mit einem kurzen Bombenteppich versieht.

Fazit

Nach all den Jahren, die wir mit der Call of Duty Serie, im Zweiten Weltkrieg verbringen durften, ist der vierte Teil eine gelungene und willkommene Abwechslung. Doch Call of Duty ist mehr als nur eine Abwechslung. Es ist ein Meilenstein der Videospielgeschichte. Trotz der kurzen Kampagne dürfte es durch den Mittendrin-Effekt eine der besten gewesen sein die in Shooterkreisen vorzufinden ist. Was kann man mehr sagen als: Dieses Spiel erhält die uneingeschränkte Kaufempfehlung?


Diese Meldung bewerten:

Call of Duty 4 - Review

Super geniales Review von dir Benny. Macht wirklich viel Laune durchzulesen.

Bei cod hat sich seit jahren am gameplay nichts geaendert! Einfach langweilig!

Ich hab COD4 gezockt und das heißt schon was denn ich hab eigentlich eine Abneigung gegen Kriegsrealismus und das ist COD4 beinahe wirklich, denn es fehlen nur noch die tödlichen Kugeln die den Spieler hier nicht treffen! Danke für den Test übrigens! :)